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Die russischen Dollars

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Auf dem jüdischen Friedhof von Moskau hat Misha ihn kennengelernt. Er war ein alter Mann, der sein Leben mit Totenklagen fristete und schon wusste, dass Misha dabei war, in den Westen abzureisen. Wie aber konnte er die in zehn Jahren Schwarzhandel angehäuften Dollars nach New York schaffen?

Der Alte vom Friedhof erzählte ihm von einem Juden aus Odessa, dem es mit außergewöhnlicher List gelungen war, in Amerika über sein Erspartes in der Währung des Landes zu verfügen. Misha setzte diese Methode sofort in die Praxis um.

Er wurde bei der Synagoge von Moskau vorstellig und übergab einem Angestellten der amerikanischen Botschaft die Toilettenpapierrollen, auf welche die Zahlen der Dollarserien notiert waren, die in seinem Stoffköfferchen lagen. Dann verbrannte er diesen Haufen Geld vor den Augen des Rabbiners und des Angestellten der Botschaft. Auf diese Weise erstattete ihm die amerikanische Regierung bei seiner Ankunft in New York alle Dollars, die in der Synagoge verbrannt worden waren.Staubwirbel

Tonino Guerra: „Staubwirbel – Geschichten für eine ruhige Nacht“
Verlag Klöpfer, Meyer und Co. Verlagsgesellschaft mbH, Tübingen 1996

 

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