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Energiesparen, Wohnen und Mobilität: Zusammenhänge

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Wenn das Haus in Ordnung ist, kommt das Auto dran – spätestens dann! Aber wenn dann das Haus an der falschen Stelle steht…?
Ein gut gemachter Neubau verbraucht heute noch ein Zehntel dessen an Energie, was vor 40 Jahren üblich war.

Wenn vor 30 Jahren vom gesamten Energieverbrauch eines Privathaushalts 30% auf die Mobilität entfielen, 50% auf die Heizung und 20% auf sonstige Verbraucher im Haushalt, ergibt sich durch den Umzug in ein Niedrigenergiehaus und die Nutzung energiesparender Haushalts-Geräte folgende Verteilung: 11% Heizung, 22% sonstige Verbraucher und 67% Mobilität.

Wer dann noch in nennenswertem Umfang Energie und Kosten einsparen will, hat die besten Aussichten auf Erfolg, wenn er sein Moblitätsverhalten optimiert. 16% weniger Spritverbrauch bewirken soviel, wie wenn man die Heizung ganz abschaltet.

EIN Prozent des Energieverbrauchs der Haushalte (einschließlich Mobilität) werden für Beleuchtung genutzt, und davon kann man angeblich 70 Prozent sparen, wenn man Energiesparlampen statt konventionellen Glühlampen verwendet. Es gibt sehr viel einfachere Möglichkeiten, sehr viel mehr Energie zu sparen, als die 0,7 Prozent bei der Beleuchtung im privaten Haushalt, aber für diesen verschwindend kleinen Spareffekt wurde eigens ein Gesetz gemacht. Wer weiß, welche Lobby das bestellt hat.

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Heute müssen die Menschen viel längere Strecken zurücklegen als vor 30 Jahren, um das Gleiche zu erreichen: Arbeitsplatz, Schule, Geschäfte, Freizeiteinrichtungen. Der gleiche Haushalt kommt heute nicht mehr mit einem oder gar keinem Auto aus, sondern braucht zwei. Die Kinder können nicht mehr zu Fuß die Schule erreichen, sondern fahren mit dem Bus.

Das liegt nicht nur daran, dass das Neubauviertel so weit weg von den Versorgungseinrichtungen liegt, sondern auch an der Konzentration der Einrichtungen. Die Gebietsreform hat Verwaltungsgemeinschaften geschaffen, in denen viele Bürger für einen Rathausbesuch einen ganzen Urlaubstag brauchen und mehr als 40 Kilometer fahren müssen. Die Dorfschulen werden aufgegeben, weil unwirtschaftlich (zu ärmeren Zeiten konnte man sie noch bezahlen). Zum Bäcker schlurft man nicht mehr in Pantoffeln rüber, sondern fährt kilometerweit mit dem Auto, steht im Stau und findet keinen Parkplatz.

Läden werden in Neubau-Wohngebieten nicht mehr gebaut. Die rentieren sich nicht, weil in dem Umkreis, aus dem die Leute zu Fuß hingehen können, nicht genug Menschen wohnen – die Abstände in den modernen Schlafsiedlungen sind zu groß.

Ein Lebensmittelgeschäft kann unter der Voraussetzung existieren, dass innerhalb einer Entfernung bis zu 400 Meter wenigstens 1.000 Menschen leben – eine Dichte von mindestens 50 Einwohner pro Hektar oder 15 Wohneinheiten pro Hektar. Oder 300 Wohneinheiten pro Laden.

Immer mehr alte Menschen müssen in ein Heim ziehen, weil sie ohne Auto sich nicht mehr selbst versorgen können. Daraus ergeben sich Mehrausgaben der Kranken- und Pflegekassen und Belastungen für private Haushalte durch Heimkosten, und dadurch geht Kaufkraft für andere Dinge verloren.

Untersuchungen der außerhäusigen Wege zeigen, daß die Bevölkerungsgruppe der 15- bis 17jährigen die mobilste ist mit etwa 3,5 Wegen pro Werktag. Nur etwa 12 % der Wege legt diese mobile Altersgruppe im PKW zurück (als Mitfahrer natürlich). In der Altersgruppe der 25- bis 64jährigen legen die Männer 70 % und Frauen 45 % der Wege mit dem Auto zurück, wobei die Frauen weniger Autos besitzen, aber häufiger unterwegs sind.

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