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„Hardenberg“ am Bahnhof Zoo: So soll Berlins größtes Hochhaus aussehen

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Der Tagesspiegel am 13.10.2014:

Berlin plant immer neue Türme – nun soll am Bahnhof Zoo mehr als 200 Meter hoch gebaut werden. Der Bezirk ist skeptisch, der Senat irritiert. Aber der Entwurf von Architekt Christoph Langhof findet viele Fans in der City West | von

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/images/hardenberg_promo/10833712/1-formatOriginal.jpg

Quelle: Der Tagesspiegel

Kommentar

Stinkefinger
In Häusern dieser Höhe wird die Relation von Nutzfläche zu Verkehrs- und Konstruktionsfläche sehr ungünstig, also der Miet- oder Kaufpreis relativ hoch.
Aber es findet sich sicher jemand der es nötig hat, sich in solch einer Erektionsarchitektur darzustellen, und irgendwer schaut wahrscheinlich auch hin, so wie zu den Persönlichkeitsprothesen, die lautstark über den Kuhfürstendarm rollen und deren Sinnhaftigkeit in PS gemessen wird.

Komplexe
„Die Innenstadt verwandelt sich von einem Lebensraum in ein begehbares Anlagedepot“ … „…es entstehen am Ende fast immer vollkommen dysfunktionale Gebäude, die auch gar nicht als Bauten, sondern als – unter großen Opfern eventuell bewohnbare – Kunstwerke wahrgenommen werden wollen. Sie bedienen den Markt der Superzeichen, mit denen sich Auftraggeber […] gern ein Denkmal ihrer Prosperität und Dynamik setzen. …aufwendiger Kitsch…“ – das schreibt Niklas Maak in dem vor zwei Wochen erschienenen Buch „Wohnkomplex – warum wir andere Häuser brauchen“. Und das ist auch meine Sicht der Dinge nach 35 Jahren erlebter, erlittener und praktizierter Architektur.

Alternative
Was dem Hardenbergplatz meines Erachtens gut tun könnte, wäre zum Beispiel ein Gebäude, das wie ein Tor den Platz in Richtung Nordosten abschließt, also optisch verkleinert, aber die Durchfahrt für Autos und Busse im jetzigen Umfang beibehält. Und das Ganze stelle ich mir im baulichen Zusammenhang mit einer Tiefgarage hinten unter dem Busparkplatz vor.

Solitär. Einsame Spitze.
Mein Problem mit dem Entwurf ist nicht, dass es ein Hochhaus ist, sondern dass es wie Piefkes Bude im Schrebergarten steht und sich einfach nur selbst gefällt. Der Platz vor dem Bahnhof gewinnt damit gar nichts und das urbane Leben auch nicht.
Was moderne Architektur heute gemeinsam hat, ist der Ausdruck der Abneigung gegenüber der gebauten und lebenden Umwelt, so scheint es mir oft und auch bei diesem Projekt.

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