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Kleines Haus, große Wirkung?

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DIE ZEIT am 3. Dezember 2013: Design zum Selbstkostenpreis, das war das Motto seiner Hartz-IV-Möbel. Jetzt baut der Aktivist Van Bo Le-Mentzel ein Vier-Quadratmeter-Haus auf einem Autoanhänger. Von Lara Sielmann

Das Unreal Estate House steht in Berlin Kreuzberg. © Benjamin Heck Quelle: DIE ZEIT

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Ein eigenes Haus mit 4 qm Wohnfläche, Heizung und Kochstelle ist besser, als auf der Straße zu liegen. Gut, dass jemand sich Gedanken über die Lebensqualität der nicht systemrelevanten Menschen macht. Die Mehrheit der Bürger und Politiker wird aber dafür sorgen, dass diese Häuser aus ihrem Blickfeld verschwinden. So, wie sie Ruhebänke im öffentlichen Raum so konstruieren, dass man nicht mehr darauf schlafen kann.

Zwischen Parkbank, „Unreal Estate House“ am einen Ende der Skala und 500-qm-Carloft-Penthouse mit Bentley vor dem Speisesaal am anderen gibt es viele Möglichkeiten. Als Architekt bin ich immer wieder überrascht, wie wenig private Bauherren und Mieter in der Lage sind, ihre ganz eigene Vorstellung von Wohnqualität zu entwickeln. Wohnqualität wird in Quadratmetern gemessen, wie Mobilität in PS.

Vernünftige durchdachte Architektur kann auf weniger Wohnfläche mehr Lebensqualität erzeugen. Die üblichen Wohnungsgrundrisse und die Kisten aus dem Möbelmarkt verschwenden zuviel Platz, der Vielen zu viel kostet. Für 12 qm Flur in einer 70-qm-Wohnung, der für nichts weiter taugt, als zum Durchgehen, jeden Monat 100 Euro ausgeben zu müssen, ist ein Ärgernis, insbesondere, wenn man dank Van Bo Le-Mentzel jetzt weiß, dass auf dieser Fläche drei Menschen wohnen könnten.

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