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Nachhaltige Landwirtschaft erhöht Ernteerträge

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Auf einer Konferenz in London wurden am Montag die Untersuchungsergebnisse der bisher größten Studie über umweltverträgliche und nachhaltige Anbaumethoden in der Landwirtschaft bekannt gegeben – mit überraschenden Ergebnissen.

Der Autor der Studie, Jules Pretty von der University of Essex erklärte: „Die nachhaltige Landwirtschaft war in den letzten 10 Jahren die effektivste Methode um die Ernteerträge zu erhöhen. Dabei gehört der Verzicht auf das Pflügen zu den verbreitetsten Methoden.“

Etwa drei Prozent der landwirtschaftlich bearbeiteten Flächen in den Entwicklungsländern werden bereits nach dem Prinzip der nachhaltigen Landwirtschaft bearbeitet, das entspricht in etwa der Fläche Italiens. Die Ernteerträge sind dadurch sprunghaft angestiegen, teilweise um bis zu 40 bis 100%.

Nach dem Prinzip der umweltverträglichen und nachhaltigen Landwirtschaft (Sustainable agriculture) werden Bauernhöfe nicht nur nach ökonomischen sondern auch nach ökologischen und sozialen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Die nachhaltige Landwirtschaft bemüht sich darum, die Landwirtschaft auch aus ökologischer Perspektive zu verstehen – wie interagieren Pflanzen, Tiere, Insekten und andere Organismen, wie funktioniert der Nährstoff und Energiekreislauf und wie kann das Land ökologisch aber auch ökonomisch bewirtschaftet werden?

Um die Nachhaltigkeit und die Umweltverträglichkeit eines Bauernhofes zu erhöhen werden dann je nach Fall verschiedene Bewirtschaftungsformen angewendet, wie beispielsweise eine bessere Ausnutzung der Bauernhofabfälle als Dünger, eine größere Vielfalt an Produkten oder auch der Verzicht auf das Pflügen.

Durch den Verzicht auf das Pflügen siedeln sich Pflanzen auf den abgeernteten Flächen an und die Bodenerosion durch Wind oder Niederschlag wird verringert. Vor allem organische Nährstoffe die in tieferen Bodenschichten vorkommen werden so vor der Erosion bewahrt, da sie ohne das Pflügen nicht an die Bodenoberfläche gelangen.

„Die nachhaltige Landwirtschaft ist in den letzten zehn Jahren von der Methode einiger Enthusiasten zu einer breiten Bewegung geworden, mit der sich jetzt auch Regierungen befassen. Die Methode ist billig, nutzt die örtlich vorhandene Technologie und verbessert oft die Umwelt. Sie hilft vor allem den Leuten, die Hilfe brauchen – armen Bauern mit ihren Familien, die den Großteil der hungernden Menschen in der Welt ausmachen“, betonte Pretty.

Quelle: Ralf Möller, bild der wissenschaft 19.01.2000

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