habito

gesund bauen – anders wohnen – besser leben

Neues Bauen

| Keine Kommentare

Bruno Taut (1880-1938) zur Frage: Was ist die Neue Bewegung?

1. An der Spitze aller Forderungen an einen Bau steht die bestmögliche Benutzbarkeit.

2. Das verwendete Material und die verwendete Konstruktion muß sich völlig der ersten These unterordnen.

3. Die Schönheit entsteht aus der direkten Beziehung zwischen Bau und Zweck, aus den natürlichen Eigenschaften des Materials und aus der Eleganz der Konstruktion.

4. Die Ästhetik des neuen Bauens kennt keine Grenzen zwischen Fassade und Grundriß, zwischen Straße und Hof, vorne und hinten. Keine Einzelheit ist als Selbstzweck da, sondern sie ist dienendes Glied der Gesamtheit. Was gut funktioniert, sieht gut aus. Wir glauben einfach nicht mehr daran, daß etwas schlecht aussieht und doch gut funktioniert.

5. Das Haus selbst verliert auch als Ganzes ebenso wie seine Einzelteile die Abgrenzung und Isolierung. Wie seine Einzelteile untereinander vom Zusammenspiel leben, so das Haus mit seinen Kameraden. Es ist ein Erzeugnis kollektiver und sozialer Gesinnung. Wiederholung ist also nicht unerwünscht, sondern im Gegenteil das wichtigste Kunstmittel. Bei gleichen Bedürfnissen gleicher Bau, daher Abweichungen zum Besonderen nur, wo das Bedürfnis ein besonderes ist. Besondere, die Gleichartigkeit aufhebende Bedürfnisse sehen wir nur oder vorwiegend in Bauten von umfassender, also sozialer Bedeutung.

“Das Einfache ist nicht immer das Beste; aber das Beste ist immer einfach” (Heinrich Tessenow: Hausbau, S. 38)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.